Ticket wegen „Falsch parken" trotz korrekten Parkens
Die Polizei Lippe warnt vor gefälschten Strafzetteln mit QR-Code. Ein Autofahrer hatte am Montag, 10. August 2026, nach Angaben der Polizei rechtmäßig im öffentlichen Verkehrsraum in Lemgo geparkt. Dennoch fand er ein Ticket wegen „Falsch parken" an seinem Fahrzeug. Absender war eine Firma, die 39,90 Euro forderte. Für die Bezahlung war ein QR-Code beigefügt.
Die Polizei machte den Fall am 17. August 2026 öffentlich. Den Namen der Firma nannte sie nicht.
Firmen dürfen im öffentlichen Raum keine Parkverstöße ahnden
Die Polizei geht von einem Betrugsversuch aus. Die Ahndung von Parkverstößen im öffentlichen Verkehrsraum sei Aufgabe der Ordnungsbehörden, teilte sie mit. Zahlungsaufforderungen von Firmen wegen Falschparkens könne es nur auf Privatgelände geben, etwa auf Supermarktparkplätzen mit entsprechender Beschilderung. Im öffentlichen Verkehrsraum gebe es dafür keine Grundlage.
Maßgeblich ist der Ort: Steht ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenraum, kann nur die Stadt oder Gemeinde eine Verwarnung ausstellen. Eine Zahlungsaufforderung einer Firma ist dort nach Einschätzung der Polizei ein Hinweis auf Betrug.
QR-Code allein kein Beleg für eine Fälschung
Ein QR-Code auf einem Strafzettel ist für sich genommen kein Beleg für einen Betrug. Die Stadt Detmold, ebenfalls im Kreis Lippe, hatte nach einem Bericht der Lippischen Landes-Zeitung im April 2019 eigene Knöllchen mit QR-Code eingeführt. Über den Code und eine aufgedruckte Kennung konnten Betroffene den Verstoß abrufen und erhielten die Zahlungsdaten. Ob das Verfahren heute noch genutzt wird, geht aus dem Bericht nicht hervor.
Entscheidend ist daher, wer den Zettel ausgestellt hat und wo das Fahrzeug stand. Im Juli 2026 hatte die Polizei in Villingen-Schwenningen vor gefälschten Strafzetteln gewarnt, die nach ihren Angaben das Stadtlogo und das korrekte Kennzeichen trugen (Bericht). Das Ticket in Lemgo gab sich dagegen nicht als städtische Verwarnung aus, sondern als Forderung einer Firma.
Empfehlungen der Polizei
- • Bezahlen Sie keine Forderung einer Firma wegen Falschparkens im öffentlichen Verkehrsraum.
- • Scannen Sie keine QR-Codes unbekannter Absender, die an Ihrem Fahrzeug angebracht wurden.
- • Fragen Sie im Zweifel beim zuständigen Ordnungsamt nach.
- • Hinweise nimmt die Polizei Lippe unter der Telefonnummer 05231 6090 entgegen.
QR-Codes vor dem Bezahlen prüfen
QRTrust zeigt die vollständige Zieladresse eines QR-Codes an und prüft sie vor dem Öffnen gegen mehrere Phishing-Datenbanken und KI-Modelle.
Die Quishing-Karte verzeichnet dokumentierte Vorfälle mit Ort, Datum, Masche und Quelle.
Zur Quishing-Karte →Quellen
Über QRTrust
QRTrust ist die erste deutsche QR-Code-Sicherheitsplattform, entwickelt in Dortmund. KI-gestützte Echtzeit-Erkennung, eine lokale Bedrohungsdatenbank und mehrstufige Sicherheitsprüfungen schützen Bürger, Behörden und Unternehmen vor Quishing-Angriffen. DSGVO-konform, gehostet in Deutschland.
